Trockensteher richtig füttern

Die perfekte Ration als Schlüssel für einen guten Start in die Laktation

Die Wirtschaftlichkeit von Milchviehbetrieben ist für Berglandwirte hierzulande von entscheidender Bedeutung. Vorzeitige Abgänge aufgrund von Fruchtbarkeitsproblemen oder Eutererkrankungen verursachen hohe Verluste. Die Ursachen solcher Probleme liegen häufig nicht an der laufenden Laktation, sondern entstehen bereits vor dem Abkalben, also in der Trockenstehzeit.

Seit Herbst 2025 bietet die LHG ihren Mitgliedern kostenlose Grundfutteranalysen an, ergänzt durch eine darauf aufbauende Rationsberechnung für laktierende Kühe. Dieses Angebot ermöglicht es, bestehende Optimierungspotenziale in der Fütterung gezielt zu identifizieren und durch den gezielten Einsatz geeigneter Futtermittel auszuschöpfen. Die
bisherigen Auswertungen zeichnen dabei ein klares Bild: In zahlreichen Betrieben liegt der Kaliumgehalt im Heu deutlich über den empfohlenen mRichtwerten. Gleichzeitig ist die Futteraufnahme in der Trockenstehzeit häufig zu niedrig. Darüber hinaus zeigen die berechneten Rationen wiederkehrende Defizite in der Energie-, Eiweiß- und Mineralstoffversorgung.

Ein hoher Kaliumgehalt in Kombination mit geringer Futteraufnahme führt bei Trockenstehern nahezu zwangsläufig zu einem Kalziummangel nach dem Kalben. Die Folge ist Milchfieber, häufig begleitet von Ketosen. Diese
Stoffwechselstörungen wirken sich langfristig aus: Die Fruchtbarkeit verschlechtert sich, die Milchleistung bleibt hinter dem Potenzial zurück und das Risiko für Euterentzündungen steigt während der gesamten Laktation.

Eine wirksame Maßnahme zur Vorbeugung von Milchfieber ist der teilweise oder vollständige Ersatz des betriebseigenen Grundfutters durch kaliumarme und schmackhafte Futtermittel. Dazu zählen Maiscobs, Silomais oder Heißluftheu.

Ein Beispiel verdeutlicht den Effekt: Wird die Hälfte des Heus mit einem Kaliumgehalt von 3 Prozent durch Maiscobs ersetzt, sinkt der Kaliumgehalt der Gesamtration auf etwa 1,8 Prozent. Gleichzeitig steigt die Futteraufnahme um rund 1,5 Kilogramm pro Kuh und Tag. Der Zielwert von 1,2 Prozent lässt sich allerdings nur erreichen, wenn das Grundfutter vollständig aus Silomais oder Heißluftheu besteht. In diesem Fall kann die Futteraufnahme in der Trockenmasse auf bis zu 15 Kilogramm pro Kuh und Tag ansteigen.

Eine weitere bewährte Maßnahme ist der Einsatz von sauren Salzen in den letzten zwei bis drei Wochen vor dem Abkalben. Das Produkt Trockensteher Phase 2 wurde im Herbst 2025 gezielt
weiterentwickelt und zeigt verbesserte Ergebnisse in der Vorbeugung von Milchfieber.

Bei Fragen zur Bilanzierung von Trockensteherrationen, zur Entnahme von Futterproben oder bei Problemen mit Milchfieber stehen die Fütterungsberater der LHG unseren Kunden zur Verfügung.

von Michael.Wahl@ca.bz.it
20.01.2026